Großevakuierung in Paderborn 8. März 2018

Großevakuierung in Paderborn 8. März 2018

Weltkrieg-II-Luftmine mit 1,8 Tonnen Sprengstoff in Innenstadt gefunden +++ 26.000 Menschen müssen evakuiert werden +++ Vier Krankenhäuser im Radius von 1,5 km vom Fundort +++ Großaufgebot von Rettungskräften nötig +++ Notarztträgerverein Büren eingebunden

 
Der ungewöhnlich große Sperrbereich um den Fundort ist der außergewöhnlichen Größe des brisanten Fundes geschuldet. Die mit 3 Aufschlagzündern versehene britische Luftmine vom Typ HC 4000 lb („Cookie”) entfaltet soviel Sprengkraft, dass sie im Umkreis von hundert Metern alle Gebäude zerstört und deren Trümmer die Straßen für Helfer unpassierbar macht.

Dabei tötet die enorme Druckwelle ihre Opfer durch Lungenriss und nimmt alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Bis zu einem Umkreis von 2.000 Metern fliegen Glasscherben umher. Dächer werden abgedeckt. „Blockbuster” nannten die Aliierten diese Bombe, was soviel wie „Wohnblock-Knacker” bedeutet. Die Bombe sollte durch Abdecken der Dachstühle der Häuser den nachfolgend abgeworfenen Stab-Brandbomben den Weg ins Gebäudeinnere bereiten, um diese effektiv in Brand zu setzen.

Aufmarsch des Rettungsdienstes zu einer Evakuierung

Aufmarsch des Rettungsdienstes zu einer Evakuierung

Mehr als 1.000 Helfer aus Feuerwehr und Rettungsdienst werden nach Schätzungen des Paderborner Feuerwehrchefs Ralf Schmitz benötigt, um am kommenden Sonntag die Evakuierung von Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen im 1500 Meter Radius rund um den Fundort der Bombe zu bewerkstelligen.

Spätestens zur Mittagszeit muß dann auch der letzte Patient aus der Frauen- und Kinderklinik und dem Brüderkrankenhaus PB entfernt sein, die nur wenige hundert Meter vom Blindgänger entfernt liegen. Erst wenn der Sperrbezirk wirklich menschenleer ist, kann mit der Entschärfung der Bombe begonnen werden. Knapp 300 Rettungswagen und Spezialfahrzeuge werden nach Einschätzung des Krisenstabes zum Einsatz kommen. Bereits am Donnerstag war in den betroffenen Krankenhäusern damit begonnen worden, Intensivpatienten auf die Kliniken des Umlandes zu verlegen. Vielfach sind solche Patienten beatmet, oder auf andere Weise auf externe lebenserhaltende Systeme angewiesen und benötigen permanente ärztliche Betreuung während des Transportes.

Briefing der Retter vor einem Evakuierungseinsatz

Briefing der Retter vor dem Evakuierungseinsatz

Hier ist notfallmedizinische Kompetenz und Manpower gefragt, über die unser Verein verfügt. So werden wir schon vor dem eigentlichen Evakuierungstag den Regelrettungsdienst durch Notärzte verstärken und unser Team in ständiger Einsatzbereitschaft für Unvorhergesehenes halten.