Schiris üben lebensrettende Erstmaßnahmen

Schiris üben lebensrettende Erstmaßnahmen

Jährlich ereignen sich in der Bundesrepublik ca. 1,46 Millionen Sportunfälle. Meist sind es Bagatellverletzungen wie Abschürfungen, Prellungen und blaue Flecken, die keiner weiterer ärztlichen Behandlung bedürfen und durch richtige Maßnahmen der Ersten-Hilfe durch einen Laien beherrscht werden können. Besonders unfallträchtig ist hier der Kinder- und Jugendsport, was Trainern und Betreuern eine besondere Fürsorgepflicht auferlegt. Zwar nimmt mit zunehmendem Alter der Sporttreibenden die Häufigkeit von Unfällen ab, die Schwere der Verletzungen nimmt jedoch zu. Gerade in Wettkampfsituationen neigt der Mensch dazu, seine Kräfte zu überschätzen und die Grenzen seiner körperlichen Belastbarkeit schon einmal zu überschreiten. Gelegentlich mit verheerenden Folgen.

Und wer wäre in einer Wettkampfsituation wohl geeigneter, entschieden und sachgerecht zu handeln als ein Schiedsrichter. Der Unparteiische ist oft der Erste vor Ort, wenn etwas passiert ist. Wenn Andere noch, blind vor Eifer, den Ernst einer Situation nicht erkennen, ist jetzt um so mehr sein kühler Kopf und sein beherztes Handeln gefragt.

Dr. Jürgen Menze bei der Schiedsrichterschulung

Dr. Jürgen Menze bei der Schiedsrichterschulung

Vom Herzinfarkt beim Altherren-Turnier, Bewußtlosigkeit nach Sturz durch Foul im Elfmeter-Raum bis hin zum schweren Schädel-Hirn-Trauma nach Kopfballduell reicht das Spektrum der Erfahrungen so manch altgedienten Referees, unter den mehr als 50 Schiedsrichtern der Lippstädter Sektion des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, die sich am 13. Dezember 2016 in Erwitte eingefunden hatten, um sich vom Notarztträgerverein Büren in Sachen lebensrettende Maßnahmen der Ersten-Hilfe schulen zu lassen.

Unter Anleitung von Notarzt Dr. Jürgen Menze und seiner Kollegin Dr. Agatha Enkemeier konnten die Teilnehmer an einer lebensechten Puppe die Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung praktisch üben. Dr. Menze, Sportmediziner und selbst aktiver Fußball-Schiedsrichter, demonstrierte seinen Sportskameraden die Anwendung eines Automatischen Externen Defibrillators (AED) bei Herz-Kreislaufstillstand, wie er heutzutage – Gott sei dank – immer häufiger auch in Sportstätten anzutreffen ist. Die beiden Referenten unseres Vereins konnten sich eines wißbegierigen und hoch motivierten Publikums erfreuen und sagten einer Wiederholung der Veranstaltung in der Zukunft gerne zu.