Traumamanagement beim Schwerstverletzten

Traumamanagement beim Schwerstverletzten

Notarztträgerverein bildet Malteser-Sanitäter fort

Traumamanagement – ein neues Wort macht die Runde im deutschen Rettungswesen, das nicht zu Unrecht als das modernste und höchst qualifizierte weltweit gilt. Diesen Anspruch gilt es zu bewahren und wissenschaftliche Erkenntnisse umzusetzen: Im Notfall hat man kaum Zeit zum Nachdenken. In wenigen anderen Situationen kommt es so sehr auf die Fähigkeit des Einzelnen an, komplexe Situationen zu erfassen, blitzschnell zu entscheiden und sicher zu handeln. Die Wissenschaft sagt: Standardisierte Vorgehensweisen haben sich bei der Bewältigung komplexer Problematiken in der Praxis bewährt.

Traumamanagement ist ein solch standardisiertes Verfahren zur präklinischen Versorgung schwerstverletzter Patienten. Ärztliches und nichtärztliches Personal des Rettungsteams sollen nach einem international anerkannten Schulungskonzept angeleitet werden, Hand in Hand schon am Unfallort (präklinisch) durch ihre Behandlungsmaßnamen das optimale Fundament zu legen, damit die notwendig folgende klinische Versorgung des Patienten im Krankenhaus zu einem Erfolg führen kann.

Wenn auch die Sanitäter der MALTESER überwiegend im ehrenamtlichen Dienst tätig sind, so können sie doch das eine oder andere Mal mit einer Situation konfrontiert werden, wo sie vor den Profis vor Ort sind und ihre Kenntnisse über Traumamanagement beim Schwerstverletzen einsetzen müssen. Zu diesem Zweck hatten die örtlichen Malteser zu einer eintägigen diözesanweiten Fortbildung zum Thema nach Büren eingeladen.

Traumamanagement-Fortbildung bei den Maltesern

Traumamanagement-Fortbildung bei den Maltesern

Unter der Ärztlichen Leitung der Malteser-Stadtärztin, Frau Dr. Agatha Enkemeier fand die Fortbildung am 11.06.2016 in der MHD-Unterkunft Neubrückenstrasse statt. Mit Dr. Hans-Georg Enkemeier – selbst zertifizierter „Traumamanager“ – der als langjährig tätiger Notarzt die präklinische Seite der Thematik auf der einen, wie als Leitender Oberarzt der interdisziplinären Zentralen Notaufnahme an Nordhessens größtem Klinikum in Kassel auf der anderen Seite, die klinischen Aspekte aus seiner beruflichen Tätigkeit haargenau kennt, stand ein Referent zur Verfügung, der die Thematik kompetent und authentisch vermitteln konnte.

Schwerpunkte des theoretischen Teils der Fortbildung waren das ABCDE-Schema – ein Algorithmus zu diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen beim Schwerstverletzten – sowie zur Kommunikation im rettungsdienstlichen Einsatz. Mittels praktischer Übungen an Verletztendarstellern konnten die Kursteilnehmer ihr gelerntes Wissen am Nachmittag der Veranstaltung unter den kritischen Augen ihrer Ausbilder erfolgreich unter Beweis stellen.