Verkehrssicherheitstage 2017 – Crash-Kurs NRW

Verkehrssicherheitstage 2017 – Crash-Kurs NRW

Notärztin vermittelt Fahranfängern Eindrücke von schwerem Verkehrsunfall

Am 20. und 21. September fanden am Ludwig-Erhard-Berufskolleg die Verkehrssicherheitstage 2017 statt. Die Kreispolizeibehörde organisiert die Präventionsveranstaltung für Fahranfänger regelmäßig mit der Unterstützung der Berufsschulen im Kreis Paderborn. Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Denn diese Altersgruppe der „jungen Fahrer“ ist überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt.

Unfallpräventionskampagne der Polizei NRW

Polizei NRW Unfallprävention

Das zeigen die Statistiken der letzten Jahre. Im ersten Halbjahr 2017 registrierte die Polizei insgesamt 654 Verunglückte, davon 3 Tote und 168 Schwerverletzte im Kreis Paderborn. Knapp ein Drittel der Verunglückten war zwischen 18 und 14 Jahren alt: 206 Verunglückte davon 1 Toter und 47 Schwerverletzte.
Für rund 400 Schülerinnen und Schüler des Ludwig-Erhard-Berufskollegs, des Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs sowie des Liebfrauen- und Mauritiusgymnasiums wurden in einer ca. 90-minütigen Bühnenveranstaltung in der Bürener Stadthalle die Folgen eines Unfalls von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Mit der Wirklichkeit konfrontiert, eine Devise der Kampagne Crash-Kurs NRW.

Am Beispiel eines schweren Verkehrsunfalls, der sich vor ein paar Jahren (1 Toter, 2 Schwerverletzte) auf der Straße durch den Haarener Wald ereignete, die wohl jeder der Schüler hier kennt, schilderte der Polizeibeamte der damals diesen Unfall aufnahm, seine Gedanken und Gefühle in dieser Situation. Ein Einsatzleiter der Feuerwehr berichtete den Schülern von dem grauenvollen Anblick der sich den Rettern am Einsatzort bietet und schilderte, wieviel helfender Hände es bedarf, um die eingeklemmten Unfallopfer aus den Trümmern ihrer Wagen zu befreien. Und wieviel Engagement die Feuerwehrkameraden freiwillig aufbringen um, wie hier, jederzeit Hilfe bringen zu können.

Vortrag zur Verkehrsunfallprävention in der Stadthalle Büren 2017

Vortrag zur Verkehrsunfallprävention in der Stadthalle Büren

Die Bürener Notärztin Dr. Agatha Enkemeier, die damals die Verletzten behandelte, schilderte ihre Bemühungen und die ihres Rettungsteams, um das Leben einer schwerstverletzten Person zu retten. Mucksmäuschenstill war es in der Stadthalle, als die Schüler von ihr von dem Leidensweg eines der Unfallopfer erfuhren. Den wochenlangen Krankenhausaufenthalten, den durchgemachten Operationen und den ständigen Schmerzen. Von der Wende im Lebenslauf des unschuldigen Opfers, die durch den Verkehrsunfall eingetreten ist. Wie zurückgebliebene Behinderungen zu anhaltender Erwerbslosigkeit führte, zu Mittellosigkeit und Verzweiflung. Und, dass Opfer vielleicht lebenslang psychische Schäden behalten können und unerträgliches Leid fortbesteht.

Dass die Realität anders aussieht, als spektakuläre Unfallvideos auf YouTube, die junge Menschen glauben machen, die Sache sei zu Ende, wenn das Video abgespielt ist. Dass ein Unfall, im Gegenteil, den Anfang eines Unglücks für alle Betroffenen darstellt, das sollten die kommenden Fahranfänger aus dem Kurs mitnehmen.

Und man konnte den Eindruck gewinnen – in diesem Moment arbeitete es in den Köpfen der Schüler.

Das Video zeigt die Aktionen am 2. Tag der Bürener Verkehrssicherheits-Veranstaltung. Sie finden es hier.